Psychologie: Wie die Wissenschaft das Glück erforscht

Anlässlich der diesjährigen Netzwerktagung von Wissenschaft Wallis beschäftigen wir uns mit dem Thema «Glücklichsein». Wir möchten erfahren was die Wissenschaft dazu sagt.

Gibt es so etwas wie eine Glücksformel? Was macht uns glücklich? Kann man das «Glücklichsein» messen?

Der Psychologe Bernhard Sollberger aus Bern ist Glücksforscher. Er studierte von 1995 bis 2002 Psychologie und war als Hilfsassistent am Lehrstuhl für Lernen und Gedächtnis bei der Uni Bern tätig.

Von 2002 bis zum Abschluss seiner Doktorarbeit im Themenbereich Musik und Emotion im Jahr 2008 arbeitete er als Assistent in der Abteilung für Allgemeine Psychologie und Neuropsychologie. Nach Anstellungen als Lehrbeauftragter an diversen Institutionen arbeitet Bernhard Sollberger seit 2010 an der FernUni Schweiz in Brig.

Daneben bietet er Fachreferate und Kurse im Bereich der Glücksforschung an und schreibt aktuell ein Buch in diesem Themenbereich.

Zu Gast bei Wissenschaft Wallis und Neurhone

Bernhard ist am wissenschaftlichen Online-Carnotzet vom 26.11.21 unser Gastreferent und freut sich bereits heute darauf, euch einen Einblick in die Welt der Psychologie des Glücklichseins zu geben.

Hier ein erster Vorgeschmack, was uns an diesem Abend erwartet und was die Wissenschaft dazu zu sagen hat.

Interview mit Bernhard Sollberger

Wir haben Bernhard bereits im Vorfeld getroffen und ihm einige brennende Fragen gestellt.

Wie bist du dazu gekommen, dich mit der Glücksforschung auseinanderzusetzen?
Vor gut 15 Jahren, als ich Assistent am Institut für Psychologie der Universität Bern war, wurde ich auf die Glücksforschung aufmerksam. Von Beginn an war ich von der Idee begeistert, ergänzend zur Erforschung von psychischen Störungen und menschlichen Schwächen der Frage nachzugehen, was Menschen glücklich und das Leben in deren Augen besonders lebenswert macht.

Welches sind Teilgebiete der Glücksforschung, welche dich besonders interessieren?
Da die Glücksforschung ein sehr breites Themenfeld ist, ist das eine berechtigte Frage. Als Grundlagenforscher interessieren mich im Hinblick auf das Glücklichsein zunächst positive Emotionen, eingeschlossen deren Verhältnis zu erlebten negativen Emotionen. Hinzu kommen Charakterstärken, einfache Übungen zur Förderung des Glücklichseins, aber auch das spannende Feld der sogenannten Glücksfallen. Schlussendlich geht es mir darum, ein Verständnis darüber aufzubauen, inwiefern authentisches Glücklichsein durch eine bestimmte Haltung zustandekommen kann, die man dem Leben gegenüber einnimmt. Denn schwierige Situationen und schmerzvolle Erfahrungen lassen sich darin schwerlich vermeiden.

Was beeinflusst unser Lebensglück?
Nicht zu vernachlässigen sind, wie Zwillingsstudien gezeigt haben, genetische Einflüsse auf unser Befinden. Es gibt so etwas wie die Frohnatur oder den geborenen Pessimisten. Ebenso können Lebensumstände wie schwere Krankheiten oder zwischenmenschliche Konflikte unser Glück mindern. Andererseits zeigt Forschung aber auch, dass unser Denken und Tun einen starken Einfluss auf das Glücklichsein ausübt. Dies gilt beispielsweise nicht nur für bereichernde soziale Beziehungen, eine erfüllende Erwerbstätigkeit oder Meditation, sondern auch für die Kultivierung einer Haltung des Optimismus, der Dankbarkeit oder Menschenfreundlichkeit. Glücklichsein ist demnach bis zu einem gewissen Grad lernbar. 

Wie misst und vergleicht man das Glücklichsein?
Es existieren wissenschaftlich vorgetestete Fragebogen, mit deren Hilfe ermittelt werden kann, wie glücklich jemand – auch im Vergleich zu anderen – ist. Dies gilt auch für verwandte Konstrukte wie die Lebenszufriedenheit, das subjektive Wohlbefinden oder die psychische Gesundheit. Solche subjektiven Berichte hängen beispielsweise mit der Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut oder Gehirnaktivierungsmustern zusammen. Ebenso korrespondieren Berichte über das eigene Glücklichsein mit Urteilen von Aussenstehenden. Das Glücksempfinden manifestiert sich also in körperlichen Prozessen und ist ebenso von aussen beobachtbar.

Glücklichsein ist das höchste Ziel der Menschheit

Natürlich gibt es kein einfaches Rezept, wie man das Glück der Menschheit erhöhen kann. Aber die bisherige Forschung gibt wichtige Hinweise dazu.

Aristoteles, einer der bekanntesten und einflussreichsten Philosophen der Geschichte, hat im vierten Jahrhundert vor Christus argumentiert, dass Glücklichsein das höchste Ziel des Menschen sei.

Darüber, wie Menschen glücklich werden können und wie nicht, hat die Psychologie basierend auf einer riesigen Anzahl von Studien rund 2400 Jahre später so einiges zu berichten.

Lass dich deshalb in die faszinierende Welt der Glücksforschung entführen, in welcher positive Emotionen, Charakterstärken, Werte und Ziele, Glücksfallen sowie auf wissenschaftlichen Studien fussende Übungen zur Förderung des Glücklichseins zentrale Themenbereiche sind.

Wissenschaftliche Carnotzet I 26.11.2021 um 18 Uhr I online​​​​​​​
Die Psychologie des Glücklichseins

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