Jasmina Cornut

Doktorandin, Universität Lausanne

 Geschichte

"Im Rahmen meiner Dissertation beschäftige ich mich mit Familien, insbesondere mit den Frauen von Schweizer Offizieren, die vom 17. bis 19. Jahrhundert für die europäischen Mächte gekämpft haben. Im Bereich des Militärs im Außendienst wurde viel getan. Ich interessiere mich für die Frauen, Schwestern oder Mütter, die im Land geblieben sind, und ich frage mich, welche Auswirkungen die Abwesenheit des Familienoberhauptes auf die Machtverhältnisse, die elterliche Gewalt oder die Arbeitsteilung hat.

Historische Quellen, insbesondere der Briefwechsel, sagen uns, dass die Ehefrauen der Offiziere eine viel breitere soziale und manchmal wirtschaftliche Rolle spielen könnten, als allgemein angenommen wird, obwohl sie nur sehr begrenzte Bürgerrechte hatten: Sie verwalteten ihr Vermögen, nahmen an landwirtschaftlichen und weinbaulichen Aktivitäten teil, einige beteiligten sich sogar am Familienmilitärbetrieb. Zum Beispiel rekrutierten sie manchmal Männer für ihre Männer oder Bruderschaften oder führten sogar Konten über verschiedene Ausgaben und überwiesenes Geld. Es gab sogar inoffizielle Kapitäninnen von Militärfirmen auf Interimsbasis. All dies wird in offiziellen Dokumenten nicht erwähnt. Dieser Analysewinkel verdeutlicht die noch weitgehend unbekannte Geschichte der Frauen in unserem Land."

Jasmina

 

Ihre wissenschaftliche Biographie

Jasmina Cornut absolvierte einen akademischen Studiengang in Geschichte und Französisch an der Universität Lausanne. Für ihre Dissertation "Verwandtschaft in der walliserischen Elite der Aufklärung: die Familie de Courten, zwischen Strategien, Solidarität und Liebe" erhielt sie einen Preis der Philosophischen Fakultät. Im Jahr 2013 wurde sie als Assistentin des Fachbereichs Moderne Geschichte der Universität Lausanne eingestellt und begann mit einer Dissertation zum Thema "Femmes d'officiers militaires en Suisse romande: implications, enjeux et stratégies de l'absence, XVIIe-XIXe siècles."

Jasmina Cornut ist Mitglied des Redaktionsausschusses der "Revue vaudoise de généalogie et d'histoire des familles" und des Vereins "Via Mulieris", der die historische Forschung über Frauen im Wallis fördert. Seit 2017 arbeitet sie parallel zu ihrer Tätigkeit bei UNIL zu 30% als Steward und Historikerin auf der Domaine de La Doges, dem Hauptsitz der Waadtländer Sektion des Schweizer Kulturerbes, wo sie die Lebensweise und -orte von patrizischen und bürgerlichen Familien im Waadtland studiert.

Sie ist Autorin von rund zwanzig Konferenzen und Publikationen zur Geschichte der Familie, der Frauen und der Sexualität in der französischsprachigen Schweiz. Sie arbeitet auch an der Ausstellung " Liebe und Sexualität " (Arbeitstitel), die für 2020 im Nationalmuseum von Prangins geplant ist, und wird eine zukünftige Ausstellung über " Frauenkämpfe " (Arbeitstitel) im Château de Morges kuratieren.

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